FAQ

In Urzeiten wohnten die Menschen in Höhlen. Erst das Feuer machte aus einer solchen Behausung ein Zuhause. Das Feuer diente zu Heiz- und Kochzwecken. Das Feuer konnte Fluch und Segen gleichermaßen sein. Brände zerstörten schon so manches Haus und damit das Glück und oft auch die Existenz der Familie. Der Kaminkehrer hat schon früh durch seine Arbeit dazu beigetragen, solche Ungücksfälle zu verhindern. Auch heute noch schützt er durch Tätigkeiten im vorbeugenden Brandschutz vor unangenehmen Überraschungen. Dazu gehört die Überprüfung und Abnahme der Kamine, sowie die verantwortungsvolle Betreuung und Überwachung aller Feuerungsanlagen. Der Kaminkehrer hilft Schäden an Gesundheit und Eigenzum zu vermeiden, auch wenn sich die Feuerungsanlagen im Laufe der Zeit gewandelt haben. Sicherheit, Behaglichkeit, Energieeinsparung und Umweltschutz - unter dieser Prämisse verrichtet der Kaminkehrer zu Ihrem Wohle seine Dienstleistungen. Aus diesem Grund zählt man den Kaminkehrer auch heute noch zu den Glücksbringern.

Vielfach wird behauptet, das deutsche System des Kaminkehrerhandwerks sei in Europa einzigartig. Das stimmt nicht. In fast allen europäischen Ländern gibt es ähnliche Regelungen zum Brandschutz und Immissionsschutz. Manches ist auch anders, aber vergleichbar zu der in Deutschland üblichen Systematik geregelt. In anderen Ländern sind die Kaminkehrer teils bei den Gemeinden oder Städten, sowie der Feuerwehr beschäftigt. Das Entgelt für die Tätigkeiten wird durch die Kommunen eingezogen. Teilweise sind auch ähnliche "Bezirke" wie in Deutschland vorhanden, die durch Kommunen ausgeschrieben oder vergeben werden - genau wie bei uns die Müllabfuhr oder Buslinien. In jedem Fall gelten in unseren Nachbarländern ebenso Vorschriften rund um die Feuerungsanlage. Es stimmt allerdings, dass in Deutschland die Vorschriften am effektivsten sind. Im Gegenzug gibt es in Deutschland die wenigsten Unfälle mit Feuerungsanlagen. Das dürfte Ihnen doch eine Stunde im Jahr und ein paar Euro wert sein, oder?

Es ist leider falsch, dass bei modernen Anlagen und Kaminen keine Mängel mehr auftreten können. Fast 30 Prozent der Kontrollen geben Grund zur Beanstandung. Mal ehrlich - würden Sie ohne gesetzliche Vorgabe regelmäßig alle zwei Jahre zum TÜV fahren? Besonders bei einem Mangel würde mancher Kraftfahrer das Ausbessern immer noch etwas hinausschieben und sich die Angelegenheit vielleicht für den näschsten Monat vornehmen - oder den übernächsten - oder...

Es wird öfters behauptet, das Kaminkehrerrecht beruht auf einem Nazigesetz. Gern wird diese jeden Widerspruch zum Schweigen bringende Behauptung genutzt, wenn nichts mehr hilft. Richtig ist, dass die Gesetzlichkeiten zur Kehrpflicht bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Es ist aber auch richtig, dass das Schornsteinfegergesetz in der Zeit der Hitler-Diktatur geändert wurde. Das geschah auch mit vielen anderen Gesetzen, die es heute noch gibt. Denken Sie an die Straßenverkehrsordnung. Wer käme heute noch auf die Idee, Gesetze abzuschaffen, weil sie während einer schrecklichen Diktatur bestanden haben. Alle Gesetzte unseres Rechtsstaates sind in den vergangenen 60 Jahren stark reformiert worden.

Dieser Aussage stehen Erfahrungen aus anderen Ländern entgegen. Bei Beibehaltung der Kehr- und Messpflicht wurde den Betreibern in einzelnen Kantonen der Schweiz freigestellt, welcher Kaminkehrer zu ihnen kommen kann. Dadurch konnte eine "Haus zu Haus Begehung", wie bei uns üblich, nicht mehr durchgeführt werden. Die Preise stiegen um 20 Prozent. Andere Kantone haben inzwischen vom Gedanken der freien Auswahl Abstand genommen. Ähnliches spielt sich auch in Finnland ab. Dort haben etwa 10 Kommunen den Bürgern die Wahl des Kaminkehrers freigestellt. Die Gebühren stiegen auch dort um 20 Prozent.

Da ist von Mafia und goldene Nase die Rede. Jeder Betrieb eines Kaminkehrermeisters ist von der zuständigen Behörde im jeweiligen Bundesland auf eine genaue und gleiche Größe eingeteilt worden. Dabei wurde die Arbeit so verteilt, dass jeder Betrieb das gleiche Arbeitspensum abarbeiten muss und somit die gleichen Bruttoeinnahmen hat. Im freien Tätigkeitsbereich hat der Kaminkehrer einen kleinen Handlungsspielraum, den hoheitlichen Bereich regelt nach wie vor der Gesetzgeber. Das Grundeinkommen des Kaminkehrermeisters ist also tatsächlich sicher, aber zu Ihrem Vorteil. Denn nur wer auf einem sicheren Fundament steht, wird im Interesse Ihres Lebens und Ihrer Gesundheit unbestechlich bleiben und Ihre Interessen vertreten. Für eine goldene Nase reicht der Spielraum des Gesetzgebers (leider) nicht aus. Die Gebühren liegen im Europa-Vergleich sogar unter dem Durchschnitt.